Zum Inhalt

DMP-Anforderungen-Richtlinie: Änderung der Anlage 3 (DMP Brustkrebs) und der Anlage 4 (Brustkrebs-Dokumentation)

15. Juni 2023Disease-Management-ProgrammeDisease-Management-ProgrammeIn Kraft

Zusammenfassung

Dieser Beschluss dient der umfassenden Aktualisierung und Neufassung der Anforderungen an das strukturierte Behandlungsprogramm (DMP) für Patientinnen mit Brustkrebs innerhalb der DMP-Anforderungen-Richtlinie (DMP-A-RL). Ziel ist die Anpassung der therapeutischen und dokumentarischen Vorgaben an den aktuellen Stand der medizinischen Wissenschaft, insbesondere hinsichtlich Diagnostik, operativer Verfahren, Systemtherapien und der Langzeitnachsorge.

Der Beschluss ändert die Richtlinie durch die Neufassung ganzer Anlagen:

  • Anlage 3 – Diese Anlage wird vollständig neu gefasst und regelt die medizinischen Anforderungen an das DMP Brustkrebs. Die Änderungen umfassen unter anderem präzisierte Vorgaben zur Diagnostik (z. B. histologische Sicherung), zur operativen Therapie (Brusterhaltung vs. Mastektomie, Sentinel-Lymphknoten-Biopsie), zur Strahlentherapie sowie zur systemischen Therapie (adjuvante endokrine Therapie, Chemotherapie, Antikörpertherapie). Neu aufgenommen bzw. detaillierter geregelt wurden Aspekte wie die Kryokonservierung von Keimzellen, der Einsatz von Biomarker-Tests zur Chemotherapie-Entscheidung, psychoedukative Interventionen sowie spezifische qualitätssichernde Maßnahmen und Evaluationsparameter (z. B. Lymphödem-Rate, Adhärenz bei endokriner Therapie).
  • Anlage 4 – Diese Anlage wird ebenfalls vollständig neu gefasst und definiert den Datensatz für die Erst- und Folgedokumentation. Die Parameter wurden an die neuen medizinischen Anforderungen der Anlage 3 angepasst, beispielsweise durch die Aufnahme von Feldern zu Nebenwirkungen der endokrinen Therapie, zum DXA-Befund bei Aromataseinhibitor-Therapie, zum Status einer kardiotoxischen Tumortherapie sowie zur bioptischen Sicherung bei Fernmetastasen.

KI-generierte Zusammenfassung — Angaben ohne Gewähr

Zusammenfassung der Tragenden Gründe

Hier ist eine prägnante Zusammenfassung des G-BA-Beschlusses vom 15. Juni 2023 zur Aktualisierung des DMP Brustkrebs:

Hauptinhalt und Ziel Der Beschluss dient der medizinisch-wissenschaftlichen Aktualisierung des strukturierten Behandlungsprogramms (DMP) für Brustkrebs auf Basis aktueller evidenzbasierter Leitlinien (insb. IQWiG-Leitliniensynopse). Ziel ist es, die Behandlungsstandards an den neuesten Stand der Forschung anzupassen und die Versorgungsqualität durch präzisierte Anforderungen an Diagnostik, Therapie und Nachsorge zu sichern.

Betroffene Patientengruppen oder Leistungen Das Programm richtet sich weiterhin primär an Frauen mit invasivem Brustkrebs oder einem duktalen Carcinoma in situ (DCIS); eine Ausweitung auf Männer wurde aufgrund mangelnder Evidenz abgelehnt. Die Änderungen betreffen das gesamte Leistungsspektrum von der operativen Therapie (z. B. Axilla-Staging) über die Strahlentherapie und medikamentöse Systemtherapien bis hin zur psychoonkologischen Betreuung und Nachsorge.

Wichtige Änderungen

  • Therapie: Aufnahme neuer zielgerichteter Wirkstoffe (z. B. CDK4/6-Inhibitoren, Checkpoint-Inhibitoren, PARP-Inhibitoren) sowie Regelungen zur Kryokonservierung von Keimzellen bei keimzellschädigender Therapie.
  • Operatives Vorgehen: Präzisierung zum Verzicht auf Axilladissektion bei geringem Lymphknotenbefall und Anpassung der Resektionsränder bei DCIS.
  • Digitalisierung: Nach umfassender Prüfung wurden aktuell keine digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) in das DMP aufgenommen, da die erforderlichen Wirksamkeitsnachweise (Evaluationsstudien im Vergleichsgruppendesign) fehlten.
  • Nachsorge & Dokumentation: Flexibilisierung der Nachsorgeintervalle („in der Regel“ statt starrer Fristen) und Ergänzung psychoedukativer Interventionen zur Krankheitsbewältigung.

KI-generierte Zusammenfassung — Angaben ohne Gewähr

Verknüpfte Richtlinien

Beschluss-ID: 6053