DMP-Anforderungen-Richtlinie: Änderung der Anlage 9 (DMP Asthma bronchiale) und der Anlage 10 (Asthma bronchiale - Dokumentation)
Zusammenfassung
Dieser Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses dient der umfassenden Aktualisierung des strukturierten Behandlungsprogramms (DMP) für Asthma bronchiale im Rahmen der DMP-Anforderungen-Richtlinie. Ziel ist die Anpassung der medizinischen Anforderungen und der Dokumentation an den aktuellen Stand der Wissenschaft, insbesondere hinsichtlich der Diagnostik bei Kindern, der Stufentherapie und der Kriterien zur Asthmakontrolle.
Folgende Anlagen der Richtlinie werden neu gefasst:
- Anlage 9 – Die Anforderungen an das strukturierte Behandlungsprogramm für Patientinnen und Patienten mit Asthma bronchiale werden vollständig neu gefasst. Dies umfasst aktualisierte Definitionen, differenzierte lungenfunktionsanalytische Kriterien für verschiedene Altersgruppen (insbesondere Kleinkinder ab dem vollendeten 1. Lebensjahr), neue Tabellen zur Beurteilung der Asthmakontrolle sowie überarbeitete medikamentöse Stufenpläne für Erwachsene und Kinder/Jugendliche. Zudem werden Aspekte wie Multimedikation, Transition von Jugendlichen in die Erwachsenenmedizin und digitale Anwendungen zur Unterstützung des Selbstmanagements integriert.
- Anlage 10 – Die Dokumentationsanforderungen für das DMP Asthma bronchiale werden neu festgelegt. Der Datensatz wird an die in Anlage 9 geänderten medizinischen Parameter angepasst, um eine präzisere Erfassung der Symptomkontrolle, der Medikation (z. B. Differenzierung von Bedarfs- und Dauermedikation) und der durchgeführten Schulungen zu ermöglichen.
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Zusammenfassung der Tragenden Gründe
Hier ist die prägnante Zusammenfassung des G-BA-Beschlusses vom 20. Juli 2023:
Hauptinhalt und Ziel Der Beschluss aktualisiert die Anforderungen an das strukturierte Behandlungsprogramm (DMP) für Asthma bronchiale auf Basis aktueller medizinischer Evidenz (insbesondere der Nationalen VersorgungsLeitlinie 2020). Ziel ist die Anpassung der Diagnose- und Therapiestandards an den aktuellen Stand der Wissenschaft sowie die Prüfung der Integration digitaler Gesundheitsanwendungen (DiGA).
Betroffene Patientengruppen oder Leistungen Die Änderungen betreffen gesetzlich versicherte Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Asthma bronchiale, die in ein DMP eingeschrieben sind oder werden. Die Leistungen umfassen die ärztliche Diagnostik, die medikamentöse Stufentherapie, Schulungen sowie ergänzende Maßnahmen wie Rehabilitation und Physiotherapie.
Wichtige Änderungen
- Diagnostik: Einführung altersabhängiger GLI-Sollwerte zur besseren Beurteilung der Lungenfunktion und Streichung der Peak-Flow-Variabilität als alleiniges Diagnosekriterium.
- Therapie: Grundlegende Überarbeitung der medikamentösen Stufenpläne (z. B. Tiotropium als Option für Kinder ab Stufe 4, Herabstufung systemischer Glukokortikoide, Streichung von Theophyllin).
- Digitalisierung: Aufnahme der Anwendung „Propeller Health“ zur Unterstützung des Selbstmanagements (Adhärenzsteigerung), während andere Apps mangels ausreichender Studien abgelehnt wurden.
- Besondere Gruppen: Neue spezifische Empfehlungen zur Transition (Übergang vom Kinder- zum Erwachsenenmediziner) und zur Berufswahl für Jugendliche.
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